Große Gefahr durch Katzenbisse

Vögel und Katzen passen meist nicht so gut zusammen. Viele Katzen entwickeln durch die schnellen Bewegungen von Vögeln einen ausgeprägten Jagdtrieb. Gerade junge und unbedarfte Vögel werden dann zu ihren Opfern. Am meisten gefährdet sind natürlich Wildvögel, die gerade das Nest verlassen haben und sich im umliegenden Gebiet aufhalten. Diese nennt man Ästlinge. Von Gefahren und Feinden haben sie bisher nichts gehört und beäugen ihre kleine Welt mit neugierigen Augen. Schnell sind sie Opfer einer Katze geworden.

Natürlich habe ich in meiner Praxis auch Patienten, die Vögel und Katzen halten. Sofern diese strikt getrennt sind, bzw. die Katze sich nur mit den Vögeln in einem Raum befindet, wenn diese eingesperrt sind und sich weitere Menschen mit darin befinden, kann dies gut gehen. Die Aussage: „Ich kann mich auf mene Katze verlassen, bei uns herrscht Burgfrieden“ – halte ich schlicht für Quatsch. Und ich darf das sagen, wir haben auch eine Katze!

Wird nun der eigene Vogel von einer Katze verletzt, oder finden Sie draussen einen verletzten Vogel, welcher möglicherweise einer Katze zum Opfer fiel, so ist dies ein lebensbedrohlicher Notfall und sollte umgehend von einem vogelkundlichen Tierarzt behandelt werden. Die nadelspitzen Zähne einer Katze können so feine Verletzungen hinterlassen, dass man diese nicht oder zumindest nicht sofort sieht. Befreit man den eigenen Vogel aus den Fängen einer Katze und erscheint das Tier unverletzt, so muss es dennoch sofort zum Tierarzt, um dort antibiotisch behandelt zu werden. Im Speichel und somit an den Zähnen von Katzen sind so aggressive Bakterien, dass diese innerhalb von 24 Stunden beim Vogel zum Tode führen können. Es kann sogar sein, dass der Vogel nach der Katzenattacke zunächst viele Stunden ein normales Verhalten zeigt, vielleicht sogar frisst und sich putzt – nur um sich dann plötzlich innerhalb von kurzer Zeit dramatisch zu verschlechtern und perakut zu versterben.

Ist Ihr Tier verletzt, oder finden Sie einen verletzten Wildvogel, stellen Sie das Tier noch am selben Tag einem Tierarzt vor, je mehr Zeit verstreicht, desto kritischer wird es. Das Tier wird es Ihnen danken. Ist der Kollege nicht vogelkundig, bitten Sie ihn die richtige Antibiotikadosierung nachzuschlagen, auch eine Überdosierung kann verhehrende Folgen haben. Ein guter Tierarzt ist dankbar für den Hinweis.

 

Wenn die Leber krank wird

Lebererkrankungen sehe ich bei meinen Vogelpatienten jede Woche.

Die Leber scheint das schwache Organ vieler Vögel zu sein.

Meist kommen die Besitzer zu mir, wenn der Vogel mausert. Gerade in dieser Zeit machen sich Organprobleme bemerkbar. Der Appetit sinkt und die Vögel plustern vermehrt und schlafen viel, einige trinken auffallend viel. Manchmal ist der Kot sehr breiig und der Harnanteil gelb verfärbt, dann liegt möglicherweise eine Gelbsucht vor.

Röntgenaufnahmen und ein Blutbild geben genauere Auskunft. Beides sollte nur erfolgen, wenn der Vogel stabil genug ist.

Die Leber lässt sich in der Regel gut therapieren. Infusionen und spezielle Medikamente helfen. Meist müssen diese jedoch über einen langen Zeitraum gegeben werden.

Bei manchen Vögeln zeigt der Schnabel ein enormes Wachstum und das Horn wird brüchig. Man nennt dies einen Leberschnabel. In diesem Fall muss der Schnabel beschliffen und gefeilt werden. Dies sollte nur von einem kundigen Tierarzt durchgeführt werden, damit ein richtiger Schnabelschluss, sowie die richtige Schnabeldynamik erhalten bleibt.

Regelmäßige Kontrollen sind für alle Leberpatienten notwendig.

Haben Sie Fragen zu Ihrem Vogel, schreiben Sie mich gerne an.

Ihre Martina Schmoock

Vorträge, Beratungen, Kurse

Sie haben eine Vogelfrage? Ihr Vogel ist krank und Sie möchten gerne ein tierärztliches, professionelles Beratungsgespräch mit aller Zeit, die dafür notwendig ist und die manchmal im Praxisalltag fehlt? Oder Sie sind in einem Verein aktiv und wünschen sich einen Vortrag zu einem speziellen Thema z.B. rund um den Papageien oder möchten einen professionellen Erste Hilfe Kurs für Vögel?

Cato 2 028Dann buchen Sie mich doch gerne! Ich freue mich auf Ihre Anfragen unter info@martinasvogelperspektive.de
(Die Beratungen werden nach GOT abgerechnet, Kurse und Vorträge richten sich nach Gruppengröße und Entfernung von meinem Standort).
Herzliche Grüße, Ihre Martina Schmoock

Niederlassung mit einer beratenden Praxis, Dr. Martina Schmoock

Liebe Vogelbesitzer,

 

immer häufiger erhalte ich Anfragen zur medizinischen Hilfe bei schwer erkrankten Vögeln, Bestandsproblemen, Haltungs- und Verhaltensproblemen, Fütterungsfragen und Zuchtproblemen.

Bisher waren meine Möglichkeiten aus rechtlichen Gründen hierzu begrenzt. Das war nicht nur für mich, sondern auch für die Vogelhalter unbefriedigend. Nicht alles, aber vieles lässt sich in einer telefonischen Beratung klären. Sie ersetzt jedoch NIE den Gang zum Tierarzt im Krankheitsfall, eine gründliche Untersuchung, Röntgenbilder, Blutbilder und Kotuntersuchungen.

Auf Facebook oder kurz per Email zu helfen ist nicht nur unseriös, sondern schlicht auch unmöglich.

Deshalb habe ich mich mit einer rein beratenden und unterrichtenden Praxis in Kasseburg offiziell über die Tierärztekammer Schleswig-Holstein niedergelassen. Ich rechne hier über die Gebührenordnung für Tierärzte ab.

Sie können nun also ganz offiziell eine Beratung bei mir buchen, mich aber auch als Referentin für Ihren Verein oder für sich und Ihre Freunde anfordern, beispielsweise für einen Erste Hilfe Kurs für Papageienhalter oder zu einem anderen Thema das Sie interessiert.

 

Hier sehen Sie einen Auszug aus der aktuellen Gebührenordnung für Tierärzte. Diese können Sie sich auch online anschauen unter http://www.tieraerzteverband.de/bpt/Tierbesitzer/got/index.php

Als Fachtierärztin für Kleintiere mit Zusatzbezeichnung Zier-, Zoo- und Wildvögel rechne ich im mittleren Satz der GOT ab.

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Die unten aufgeführten Gebühren für Beratungen gelten ausschließlich für telefonische Beratungen. Preise für Kurse können Sie sehr gerne schriftlich anfragen/anfordern.

Sollten Sie eine Beratung wünschen, so schreiben Sie mir eine Nachricht unter info@martinasvogelperspektive.de

Ich melde mich dann schnellstmöglich bei Ihnen, um mit Ihnen einen Beratungstermin zu vereinbaren.

Mit freundlichen Grüßen, Ihre Dr. Martina Schmoock

 

Gebührenverzeichnis

für tierärzliche Leistungen

 

Zeitgebühr

Der für die Erbringung der Leistung erforderliche Zeitaufwand ist mit der Gebühr

für die Leistung im Regelfall abgegolten. Eine zusätzliche Zeitgebühr kann nicht

neben Wegegeld oder Reiseentschädigung nach § 9 berechnet werden. Eine zusätzliche Zeitgebühr kann nur berechnet werden,

– wenn der Tierarzt nach Durchführung der Leistung auf Wunsch des Tierhalters länger verweilt oder

– wenn die Lage des Falles oder fehlende Hilfestellung durch den Tierhalter bei der Fixierung zu behandelnder Tiere einen das gewöhnliche Maß übersteigenden Zeitaufwand erfordern oder

– in den mit „Z“ gekennzeichneten Fällen, in denen der Umfang der Leistung wesentlich durch den Zeitfaktor bestimmt ist, so dass ein zusätzlicher Zeitaufwand notwendig ist, der den üblichen Zeitaufwand erheblich überschreitet und der Leistungsnehmer vor der Behandlung auf den möglicherweise entstehenden zusätzlichen Zeitaufwand hingewiesen wurde.

 

Die Zeitgebühr beträgt je 15 Minuten

Einfacher Satz: 14,30 Euro

Zweifacher Satz: 28,60 Euro zzgl. Mehrwertsteuer >>>>>>>>>>>> Pro 15-20 Minuten telefonischer Beratung bei Einzelfällen von erkrankten Vögeln

Dreifacher Satz: 42,90 Euro

Teil A

Grundleistungen

Die Gebühren für Grundleistungen bei landwirtschaftlich genutzten Tieren bemessen sich nach dem Einfachen nachstehender Sätze; dies gilt nicht für Leistungen, die bei Nacht (zwischen 19.00 und 07.00 Uhr) und während der Zeit des Bereitschaftsdienstes an Wochenenden (samstags 13.00 Uhr bis montags 07.00 Uhr) und Feiertagen erbracht werden.

 

10 Beratung im einzelnen Fall ohne Untersuchung (auch schriftlich oder fernmündlich)

 

Einfacher Satz: 6,29 Euro

Zweifacher Satz: 12,58 Euro

Dreifacher Satz: 18,87 Euro

 

 

11 Eingehende Anamneseerhebung oder Beratung

das gewöhnliche Maß übersteigend

 

einschließlich eingehender Vorbereitung, beispielsweise bei Verhaltensstörungen und im Rahmen von

Naturheilverfahren, z. B. Akupunktur, Homöopathie etc.

„Z“

 

Einfacher Satz: 17,18 Euro

 

Zweifacher Satz: 34,36 Euro zzgl. Mehrwertsteuer>>>>>>>> bei Fällen von Zucht- oder Bestandsproblemen und Krankheiten, die eine Zucht betreffen

 

Dreifacher Satz: 51,54 Euro

 

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Liebe tierärztliche Kollegen,

 

sollte einer von Ihnen hiermit Schwierigkeiten, oder Bauchschmerzen haben – so kontaktieren Sie mich bitte. Ich bin immer zu einem offenen Gespräch bereit und freue mich über kollegialen Austausch!

Seien Sie gewiss, dass ich dies rechtlich durch ein Anwaltbüro für Tierarztrecht abgesichert habe, sowie über die drei großen Norddeutschen Tierärztekammern.

Ist einer von Ihnen von der Idee angetan, kontaktieren Sie mich ebenfalls. Ich freue mich auf interessante fachliche Gespräche.

Mit kollegialen Grüßen,

 

Ihre Martina Schmoock

 

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Anbieterkennzeichnung gem. §5 Telemediengesetz (TMG)

Die nachfolgende Anbieterkennzeichnung gilt auch für die Facebook-Seite
https://www.facebook.com/martinasvogelperspektive?ref=hl

Dr. Martina Schmoock

Am Brink 4a

22929 Kasseburg

info@martinasvogelperspektive.de

Vertretungsberechtigte:
Dr. Martina Schmoock

Adventsrätsel 09.12.2014

  1. Dezember 2014: Wie heisst die lateinische Bezeichnung für die Erkrankung der Atemwege die meist Papageien betrifft?  Auch Pinguine in Gefangenschaft sind nicht selten betroffen. Es handelt sich um eine  Schimmelpilzerkrankung der Atemwege     _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _    Der 1. Buchstabe des Lösungswortes steht 5. Stelle im 8. Wort, an Stelle 2. Stelle im 24. Wort. Der 2. Buchstabe vom Lösungswort steht an 5. Stelle vom 20. Wort, der 8. Buchstabe vom Lösungswort steht an 9. Stelle vom 8. Wort, an 3. Stelle vom 9. Wort, sowie an Stellen 4.+5. vom 10. Wort. Der 9. Buchstabe vom Lösungswort steht an Stelle 3.+4. Vom 14. Wort.714

Nierenerkrankungen beim Vogel

Neben Lebererkrankungen gehören Erkrankungen der Niere zu den häufigsten Problemen bei unseren Ziervögeln. Ursächlich sind unter anderem die oftmals nicht artgemäße Ernährung, sowie die immer älter werdenden Papageien.

789Das heißt, dass ein Vogel welcher salzhaltige Speisen bekommt und oft am Tisch mitisst oftmalsim mittleren Alter eine Nierenschwäche entwickelt. Sollten Sie Ihrem Tier gekochte Speisen, wie Nudeln, Reis und Kartoffeln anbieten wollen, rate ich Ihnen diese in einem extra Topf ohne Salzwasser zu kochen, das gleiche gilt für Gemüse. Fleischfütterung ist bei den meisten im Haus gehaltenen Vögeln nicht notwendig, die Eiweißquelle kann auch über andere Nahrungsmittel abgedeckt werden. Chips, gesalzenen Nüsse und Süßigkeiten mögen die meisten Vögel sehr gerne, sie schmecken uns ja auch gut. Dennoch sind sie das pure Gift für Leber und insbesondere für die Nieren und sollten wirklich NIE auf dem Speiseplan stehen. Dasselbe gilt für süße Getränke und Alkohol. Vögel sind schlau, sie landen auf unseren Trinkgläsern und nehmen gerne einen Schluck – die ist auch erlaubt, wenn sich im Glas Wasser oder verdünnter ungezuckerter Saft befindet. Es gibt soviele gesunde Snacks und Leckereien für unsere Vögel, dass die Gabe von verbotenem wirklich nicht notwendig ist!

Der zweite Grund, warum ich in der Praxis viel häufiger Nierenerkrankungen sehe, ist das Älterwerden unserer großen Papageien. Durch die verbesserte Haltung, die besseren Informationen, die verbesserte Nahrung werden die Tiere viel älter, als noch vor 10-20 Jahren. Das hat zur Folge, das geriatrische Erkrankungen wie Herzerkrankungen, Stoffwechselstörungen und Arthrosen, sowie die Leistungsschwäche von Organen immer häufiger auftreten.

Hat Ihr Tier nun so eine Erkrankung entwickelt, sollte man nicht sofort das Schlimmste befürchten. Dennoch steht eine längere Behandlung an. Und, im Gegensatz zur Leber, erholen sich die Nieren nicht vollständig und benötigen meist lebenslange Unterstützung.

Diagnostiziert werden Nierenerkrankungen zum einen über die Symptome:

– Schwäche

– Plustern

– vermehrtes Trinken

-wässriger Kot, bzw. vermehrter Harnanteil

– schlechte Futteraufnahme

Dia3 Proventrikulitis

 

 

 

 

Zum anderen werden die Tiere geröngt, um Größe, Dichte und einen möglichen Nierentumor, der leider sehr häufig ist darzustellen. Unter anderem kann man bei Tieren, die noch recht gut drauf sind Blut abnehmen und an Hand der Werte über die Therapieform entscheiden. Blutuntersuchungen sind kein besonders schwerwiegender Eingriff, wenn sie durch geübte Hand durchgeführt werden. Zudem können Kntrolluntersuchungen den Erfolg darstellen durch Wertevergleich.

Liegt ein Nierentumor vor, kann dieser auf den Ischiasnerv drücken und so zu Lähmungen eines Beines führen, welches schlaff und ohne Schmerzhaftigkeit hängt. Auch diese Vögel haben oftmals noch eine gute Zeit, sollte das Tier jedoch seinen tauben Fuss benagen und verletzen, sollte man über das Einschläfern nachdenken.

Nicht alle Nierenerkrankungen lassen sich vermeiden, Schäden kann man jedoch durch eine gesunde Ernährung und artgemäße Haltung vorbeugen.

Viel Gesundheit für Ihre Papageien, Ihre Martina Schmoock

Warum UVA- und UVB- Strahlung so wichtig für die Gesundheit unserer Vögel ist

Vögel sehen anders als Menschen. Sie sind uns in ihrer Sehfähigkeit bei  Weitem überlegen. Sie orientieren sich in erster Linie optisch.

IMG_2349Die Augen von Vögeln sind zum einen in der Lage deutlich mehr Bilder pro Sekunde zu verarbeiten und sehen diese als Einzelbilder. Der Mensch kann bis zu 16 Bilder pro Sekunde einzeln verarbeiten, ab dann erscheint es ihm als fließende Bewegung. Vögel dagegen können bis zu 160 Bilder pro Sekunde als Einzelbilder verarbeiten. Dies benötigen sie um Hindernissen auch in schnellem Flug ausweichen zu können und in großen Schwärmen stoßen die einzelnen Mitglieder aufgrund der Besonderheit des Sehens nicht aneinander.

Dieses Einzelbildersehen nennt man auch Flickerfusionsfrequenz.

Aufgrund dessen sind Fernsehbildschirme, PCs und Neonröhren für den Vogel nicht geeignet. Sie sehen ein permanentes Flackern, welches ähnlich dem Stroboskopeffekt in der Disco empfunden wird. Sprich bei längerem Aushalten unglaublich anstrengend und stressig. Hat man einen rupfenden Papageien zu Hause, sollte man sich überlegen, ob irgendwo so eine Flackerquelle das Wohlbefinden des Tieres beeinträchtigt und diese umgehend abstellen, so manchem Papageien hat das schon sehr geholfen.

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Blutungen beim Vogel

Häufig kommen Besitzer zu mir aufgelöst in die Praxis, weil sie Blut am Gefieder ihres Vogels gesehen haben oder Blutstropfen auf dem Käfigboden oder in der Voliere waren.

Gerade wenn man mehrere Vögel hält, ist es manchmal nicht sofort ersichtlich, wer blutet oder geblutet hat. Vögel die bluten schütteln sich meist vermehrt und verteilen so Blutspritzer in der gesamten Umgebung und somit auch auf den Artgenossen.

Durch die Bewegung, fliegen, springen etc. wird das Blut auch massiv verteilt und somit wirkt es – einem Tatort gleich – dramatisch. Nicht immer ist es so viel Blut, wie es scheint.

Grundsätzlich gilt natürlich, dass ein kleiner Vogel natürlich auch nicht so viel Blut hat und somit auch nicht so viel davon verlieren darf. Hohe Blutverluste können schnell bedrohlich werden.

Dennoch haben Vögel zum einen eine gute Blutgerinnung und können einiges an Blutverlust auch wegstecken.

Woraus kann also ein Vogel bluten?

  1. Abgebrochener Federkiel – frisch geschobene Federn sind stark durchblutet, gerade Schwungfedern. Bei starker Mauser können Vögel manchmal nicht so sicher fliegen und landen und stoßen sich diese Kiele an und dadurch können sie abbrechen. Massive Blutungen sind die Folge. Vor allem Flügel und Rückengefieder sind verschmutzt. Rat – den Vogel beherzt in die Hand nehmen, den abgebrochenen Kiel (auch am Schwanz möglich) aufsuchen und mit Daumen und Zeigefinger stark zusammenpressen bis die Blutung steht. Bei Papageien kann man auch Nähgarn um den Federkiel stramm binden, um die Blutung zu stillen, dafür muss man aber besser zu zweit sein.
  2. Blutungen aus dem Schnabel und der Nase – entstehen meist bei Anflugtraumen, also wenn der Vogel gegen eine Scheibe fliegt. Sofern der Schnabel nicht abgebrochen ist, sollte man einen Moment warten. Diese Blutungen stehen meist von selber wieder und bedürfen keiner Behandlung. Ist der Vogel aber nicht irgendwo vorgeflogen, kann eine ernstzunehmende Lebererkrankung dahinter stecken und eine daraus resultierende Blutgerinnungsstörung. Dies sollte unbedingt einem Tierarzt vorgestellt werden.
  3. Blutungen aus der Kloake – treten meist bei weiblichen Tieren auf. Häufig vor oder während der Eiablage. Da sich dies nicht immer klar ankündigt, ist es vielen Besitzern nicht ersichtlich, wo das Blut auf dem Käfigboden herkommt. Sehr häufig ist das Gefieder beim Vogel nicht verschmutzt. Hier gilt es auf das Verhalten der Tiere zu achten. Schläft ein Vogel mehr, sind die Augen viel geschlossen, plustert ein Tier? Und zeigt ein Weibchen Legeaktivität? Grundsätzlich sollte hier besser ein vogelkundlicher Tierarzt aufgesucht werden. Denn auch Papillome, also warzenähnliche Tumore in der Kloake können zu Blutungen führen und dies auch bei männlichen Vögeln.
  4. Blutungen an den Krallen – häufig, wenn die Krallen zu lang sind und der Vogel hängen bleibt und sich eine Kralle abreißt. Rat – immer rechtzeitig die Krallenlänge überprüfen. Auch Bereiche am Käfig, wo Metallstreben zu eng sind, können zu Klemmverletzungen und Quetschungen und Blutungen führen. Treten Blutungen an den Füssen auf, so sind diese oft sehr stark. Umfassen Sie mit Daumen und Zeigefinger den Ständer und drücken Sie für 30-60 Sekunden fest aber gleichmäßig zu. Nicht dass dabei der Ständer bricht. Wiederholen Sie dies bis die Blutung steht.

Gute Blutstiller sind Lotagen und Flüssiges Eisendreichlorid (in der Apotheke erhältlich oder beim Haustierarzt). Blutstillende Watte hat sich für mich beim Vogel nicht bewährt.

In meinem Erste Hilfe Kurs für Vogelhalter können Sie zudem lernen, wie man Verbände sicher und sinnvoll anlegt. Ich freue mich auf Sie

 

 

Megabakteriose, Going light der Wellensittiche, Macrorhabdiose

Die Megabakteriose wird auch „Going light der Wellensittiche“ genannt.

Sie wird durch Macrorhabdus ornithogaster,  einem Hefepilz, verursacht.

Deshalb ist der übliche Name der Vogelhalter „Megabakteriose“ im Grunde falsch. Lange Zeit wurde aber fälschlicherweise angenommen, dass es sich um ein Bakterium und nicht um einen Pilz handelt.

Das „Going light Syndrom“ kann aber auch andere Vogelarten befallen, nicht nur der Wellensittich ist betroffen. Auch Kanarienvögel, Nymphensittiche und Unzertrennliche sehe ich oft mit dieser Erkrankung in der Praxis.

Die klassischen Symptome dieser Erkrankung sind zunächst eine gesteigerte Futteraufnahme bei starkem Gewichtsverlust. Ein gesunder Wellensittich wiegt im Schnitt 35-45g. Ausreißer nach oben und unten gibt es natürlich. Erkrankte Vögel können auf unter 28g abmagern und dies ist dann kaum noch mit dem Leben vereinbar.

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Pro und Kontra des Beringens beim Vogel

Aufgrund dessen, dass ich in der Praxis immer noch eingewachsene Ringe sehe, möchte ich Sie heute einmal für dieses Thema sensibilisieren.

Prinzipiell bin ich kein Gegner des Beringens, dient es doch dem Artenschutz und soll einen seriösen Züchter auszeichnen. An einem richtig angebrachten Ring kann man einiges ablesen.

Probleme stellen sich jedoch, wenn der Vogel entweder unsachgemäß beringt wurde und der Ring an der falschen Stelle sitzt, beispielsweise am Unterschenkel und nicht am Tarsus, oder wenn der Ring zu weit, zu eng oder nicht richtig verschlossen ist.

Ich sehe leider immer noch Ringe, welche viel zu groß sind, so dass sie locker über das Gelenk rutschen können. Oder so eng sind, dass bei einer kleinen Verletzung und der damit verbundenen Schwellung prompt ein Einschnüren des Ständers erfolgen wird.

eingewachsener Ring 1

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