Blutungen beim Vogel

Häufig kommen Besitzer zu mir aufgelöst in die Praxis, weil sie Blut am Gefieder ihres Vogels gesehen haben oder Blutstropfen auf dem Käfigboden oder in der Voliere waren.

Gerade wenn man mehrere Vögel hält, ist es manchmal nicht sofort ersichtlich, wer blutet oder geblutet hat. Vögel die bluten schütteln sich meist vermehrt und verteilen so Blutspritzer in der gesamten Umgebung und somit auch auf den Artgenossen.

Durch die Bewegung, fliegen, springen etc. wird das Blut auch massiv verteilt und somit wirkt es – einem Tatort gleich – dramatisch. Nicht immer ist es so viel Blut, wie es scheint.

Grundsätzlich gilt natürlich, dass ein kleiner Vogel natürlich auch nicht so viel Blut hat und somit auch nicht so viel davon verlieren darf. Hohe Blutverluste können schnell bedrohlich werden.

Dennoch haben Vögel zum einen eine gute Blutgerinnung und können einiges an Blutverlust auch wegstecken.

Woraus kann also ein Vogel bluten?

  1. Abgebrochener Federkiel – frisch geschobene Federn sind stark durchblutet, gerade Schwungfedern. Bei starker Mauser können Vögel manchmal nicht so sicher fliegen und landen und stoßen sich diese Kiele an und dadurch können sie abbrechen. Massive Blutungen sind die Folge. Vor allem Flügel und Rückengefieder sind verschmutzt. Rat – den Vogel beherzt in die Hand nehmen, den abgebrochenen Kiel (auch am Schwanz möglich) aufsuchen und mit Daumen und Zeigefinger stark zusammenpressen bis die Blutung steht. Bei Papageien kann man auch Nähgarn um den Federkiel stramm binden, um die Blutung zu stillen, dafür muss man aber besser zu zweit sein.
  2. Blutungen aus dem Schnabel und der Nase – entstehen meist bei Anflugtraumen, also wenn der Vogel gegen eine Scheibe fliegt. Sofern der Schnabel nicht abgebrochen ist, sollte man einen Moment warten. Diese Blutungen stehen meist von selber wieder und bedürfen keiner Behandlung. Ist der Vogel aber nicht irgendwo vorgeflogen, kann eine ernstzunehmende Lebererkrankung dahinter stecken und eine daraus resultierende Blutgerinnungsstörung. Dies sollte unbedingt einem Tierarzt vorgestellt werden.
  3. Blutungen aus der Kloake – treten meist bei weiblichen Tieren auf. Häufig vor oder während der Eiablage. Da sich dies nicht immer klar ankündigt, ist es vielen Besitzern nicht ersichtlich, wo das Blut auf dem Käfigboden herkommt. Sehr häufig ist das Gefieder beim Vogel nicht verschmutzt. Hier gilt es auf das Verhalten der Tiere zu achten. Schläft ein Vogel mehr, sind die Augen viel geschlossen, plustert ein Tier? Und zeigt ein Weibchen Legeaktivität? Grundsätzlich sollte hier besser ein vogelkundlicher Tierarzt aufgesucht werden. Denn auch Papillome, also warzenähnliche Tumore in der Kloake können zu Blutungen führen und dies auch bei männlichen Vögeln.
  4. Blutungen an den Krallen – häufig, wenn die Krallen zu lang sind und der Vogel hängen bleibt und sich eine Kralle abreißt. Rat – immer rechtzeitig die Krallenlänge überprüfen. Auch Bereiche am Käfig, wo Metallstreben zu eng sind, können zu Klemmverletzungen und Quetschungen und Blutungen führen. Treten Blutungen an den Füssen auf, so sind diese oft sehr stark. Umfassen Sie mit Daumen und Zeigefinger den Ständer und drücken Sie für 30-60 Sekunden fest aber gleichmäßig zu. Nicht dass dabei der Ständer bricht. Wiederholen Sie dies bis die Blutung steht.

Gute Blutstiller sind Lotagen und Flüssiges Eisendreichlorid (in der Apotheke erhältlich oder beim Haustierarzt). Blutstillende Watte hat sich für mich beim Vogel nicht bewährt.

In meinem Erste Hilfe Kurs für Vogelhalter können Sie zudem lernen, wie man Verbände sicher und sinnvoll anlegt. Ich freue mich auf Sie

 

 

Megabakteriose, Going light der Wellensittiche, Macrorhabdiose

Die Megabakteriose wird auch „Going light der Wellensittiche“ genannt.

Sie wird durch Macrorhabdus ornithogaster,  einem Hefepilz, verursacht.

Deshalb ist der übliche Name der Vogelhalter „Megabakteriose“ im Grunde falsch. Lange Zeit wurde aber fälschlicherweise angenommen, dass es sich um ein Bakterium und nicht um einen Pilz handelt.

Das „Going light Syndrom“ kann aber auch andere Vogelarten befallen, nicht nur der Wellensittich ist betroffen. Auch Kanarienvögel, Nymphensittiche und Unzertrennliche sehe ich oft mit dieser Erkrankung in der Praxis.

Die klassischen Symptome dieser Erkrankung sind zunächst eine gesteigerte Futteraufnahme bei starkem Gewichtsverlust. Ein gesunder Wellensittich wiegt im Schnitt 35-45g. Ausreißer nach oben und unten gibt es natürlich. Erkrankte Vögel können auf unter 28g abmagern und dies ist dann kaum noch mit dem Leben vereinbar.

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Pro und Kontra des Beringens beim Vogel

Aufgrund dessen, dass ich in der Praxis immer noch eingewachsene Ringe sehe, möchte ich Sie heute einmal für dieses Thema sensibilisieren.

Prinzipiell bin ich kein Gegner des Beringens, dient es doch dem Artenschutz und soll einen seriösen Züchter auszeichnen. An einem richtig angebrachten Ring kann man einiges ablesen.

Probleme stellen sich jedoch, wenn der Vogel entweder unsachgemäß beringt wurde und der Ring an der falschen Stelle sitzt, beispielsweise am Unterschenkel und nicht am Tarsus, oder wenn der Ring zu weit, zu eng oder nicht richtig verschlossen ist.

Ich sehe leider immer noch Ringe, welche viel zu groß sind, so dass sie locker über das Gelenk rutschen können. Oder so eng sind, dass bei einer kleinen Verletzung und der damit verbundenen Schwellung prompt ein Einschnüren des Ständers erfolgen wird.

eingewachsener Ring 1

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Fremdkörper im Kropf beim Vogel

Fremdkörper sind beim Vogel leider nicht so selten. Vögel sind häufig wirklich sehr neugierig und alles muss erst einmal benagt werden. So kann es dazu kommen, das versehentlich Teile heruntergeschluckt werden, die in so einem Vogelbauch wirklich nichts zu suchen haben.weiterlesen

Lebererkrankungen und Lebertumore – ein häufiges Problem

In meiner täglichen Arbeit in der Praxis habe ich mit allen möglichen verschiedenen Vogelarten zu tun. Alltäglich sind dabei leider Lebererkrankungen.weiterlesen

Was tun bei unerwünschter Eiablage und Legenot

Bei vielen Vogelarten kann es zu einer unerwünschten Eiablage kommen. In der Praxis sind besonders häufig Wellensittiche, Kanarienvögel und Nymphensittiche betroffen. Die meisten Vogelbesitzer wünschen keinen Nachwuchs. Zum einen weil nicht ausreichend Platz vorhanden ist, zum anderen weil die Trennung von den aufgezogenen Vogelkindern sehr schwer fallen würde.

Dennoch kommt es immer wieder zur Eiablage, manche Vogeldamen haben mehrere Gelege pro Jahr. Dies ist für den Vogelkörper sehr belastend und kostet das Tier unglaublich viel Kraft. Besonders deshalb, weil dem Körper so viel Kalzium entzogen wird, um die Eier zu beschalen. In häufigen Fällen kommt es letztendlich zur Legenot. Eine lebensbedrohliche Situation.

DSC_0937Werden mir diese Vögel in der Praxis vorgestellt, sind sie oft erschöpft, mager und haben einen geschwollenen Bauch. Im Röntgen fallen die stark entkalkten Knochen, sowie ein massiv geschwollener Legedarm auf. Bei einer Legenot, kann man schlecht beschalte Eier, Windeier oder übergroße Eier erkennen. Oftmals eine dramatische Situation.

Auch Weibchen, die keinen männlichen Partner haben legen Eier. Zum Teil gerade deshalb.weiterlesen

Was hat mein Vogel, wenn er sich selber die Federn ausrupft?

Rupfende Vögel kommen in meinem Praxisalltag häufig vor. Meist handelt es sich hierbei um Graupapageien oder Kakadus. Selten rupfen Amazonen oder Wellensittiche.

Die meisten Vogelbesitzer, die zu mir in die Praxis kommen,  sagen in den meisten Fällen zu mir „mein Vogel hat Milben, der kratzt sich immer“. Leider stimmt es so gut wie nie. Milben wären ein leicht so lösendes Problem.

Häufig liegt die Problematik bei dem vom Besitzer als Juckreiz oder Kratzen empfundenes verstärktes Putzen des Gefieders doch wesentlich tiefer.

Gerade junge Papageien, welche einzeln gehalten werden, neigen kurz vor oder bei Beginn der Geschlechtsreife dazu vermehrt ihr Gefieder zu pflegen. Im Schnitt sind die Tiere zwischen einem und drei Jahre alt. Hierbei kommt es auch dazu, das einzelne Federn herausgerissen werden. Bevorzugte Lokalisationen sind an der Brust, unter den Flügel und an den Innenschenkeln. Es gibt aber in den schlimmsten Fällen Vögel die fast nackt sind, bis auf Ihr Kopf. Und es kommt sogar vor, das ganze Teile der Brustmuskulatur mit dem Schnabel benagt und dabei zerstört werden.

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Wenn der eigene Vogel krank wird und zum Tierarzt muss

Ich habe ja jeden Tag mit Vogelpatienten in der Praxis zu tun und stehe auf der „anderen Seite vom Untersuchungstisch“. Dadurch habe ich natürlich einen anderen Blick auf meine kranken Vogelpatienten und auf deren Besitzer, also Euch.
Da immer wieder ähnliche Sorgen und Probleme auftreten, die den Vogelbesitzer ängstigen und mir leider meine Arbeit erschweren, möchte ich Euch hiermit ein paar ganz wichtige und notwendige Punkte die vor und während dem Tierarztbesuch entscheidend hiermit an die Hand geben.weiterlesen

Futterpflanzen für Vögel

Viele Pflanzen, die wir vor unserer Haustür in der Natur finden, sind für unsere Vögel nicht nur essbar, sondern bieten auch eine gute Möglichkeit zu einer gesunden Ernährung und Nahrungsergänzung. Wellensittiche, Kanarienvögel, Papageien, Kakadus und Nymphensittiche freuen sich über einen erweiterten Speiseplan.
Gräser, Beeren und Kräuter sind nicht nur eine schöne Abwechslung der Fütterung, sondern sind auch zur Beschäftigung geeignet, da sie benagt werden müssen, so dass sich das Futter ein Stück weit erarbeitet werden muss.weiterlesen

Was Sie tun sollten, wenn Ihre Vögel nicht gerne fliegen und zu viel Gewicht haben?

Sie haben einen kleinen Schwarm Wellensittiche, Kanarienvögel, Nymphensittiche oder ein Pärchen Graupapageien, oder vielleicht sogar Kakadus oder Aras? Dann sind Sie genau richtig auf Martinas Vogelperspektive. Wir wollen Ihnen hier eine Menge Informationen bieten, damit Sie Ihre Vögel optimal halten können und dafür sorgen, dass die Tiere lange gesund bleiben und ein glückliches, artgerechtes Leben führen.weiterlesen