Nierenerkrankungen beim Vogel

Neben Lebererkrankungen gehören Erkrankungen der Niere zu den häufigsten Problemen bei unseren Ziervögeln. Ursächlich sind unter anderem die oftmals nicht artgemäße Ernährung, sowie die immer älter werdenden Papageien.

789Das heißt, dass ein Vogel welcher salzhaltige Speisen bekommt und oft am Tisch mitisst oftmalsim mittleren Alter eine Nierenschwäche entwickelt. Sollten Sie Ihrem Tier gekochte Speisen, wie Nudeln, Reis und Kartoffeln anbieten wollen, rate ich Ihnen diese in einem extra Topf ohne Salzwasser zu kochen, das gleiche gilt für Gemüse. Fleischfütterung ist bei den meisten im Haus gehaltenen Vögeln nicht notwendig, die Eiweißquelle kann auch über andere Nahrungsmittel abgedeckt werden. Chips, gesalzenen Nüsse und Süßigkeiten mögen die meisten Vögel sehr gerne, sie schmecken uns ja auch gut. Dennoch sind sie das pure Gift für Leber und insbesondere für die Nieren und sollten wirklich NIE auf dem Speiseplan stehen. Dasselbe gilt für süße Getränke und Alkohol. Vögel sind schlau, sie landen auf unseren Trinkgläsern und nehmen gerne einen Schluck – die ist auch erlaubt, wenn sich im Glas Wasser oder verdünnter ungezuckerter Saft befindet. Es gibt soviele gesunde Snacks und Leckereien für unsere Vögel, dass die Gabe von verbotenem wirklich nicht notwendig ist!

Der zweite Grund, warum ich in der Praxis viel häufiger Nierenerkrankungen sehe, ist das Älterwerden unserer großen Papageien. Durch die verbesserte Haltung, die besseren Informationen, die verbesserte Nahrung werden die Tiere viel älter, als noch vor 10-20 Jahren. Das hat zur Folge, das geriatrische Erkrankungen wie Herzerkrankungen, Stoffwechselstörungen und Arthrosen, sowie die Leistungsschwäche von Organen immer häufiger auftreten.

Hat Ihr Tier nun so eine Erkrankung entwickelt, sollte man nicht sofort das Schlimmste befürchten. Dennoch steht eine längere Behandlung an. Und, im Gegensatz zur Leber, erholen sich die Nieren nicht vollständig und benötigen meist lebenslange Unterstützung.

Diagnostiziert werden Nierenerkrankungen zum einen über die Symptome:

– Schwäche

– Plustern

– vermehrtes Trinken

-wässriger Kot, bzw. vermehrter Harnanteil

– schlechte Futteraufnahme

Dia3 Proventrikulitis

 

 

 

 

Zum anderen werden die Tiere geröngt, um Größe, Dichte und einen möglichen Nierentumor, der leider sehr häufig ist darzustellen. Unter anderem kann man bei Tieren, die noch recht gut drauf sind Blut abnehmen und an Hand der Werte über die Therapieform entscheiden. Blutuntersuchungen sind kein besonders schwerwiegender Eingriff, wenn sie durch geübte Hand durchgeführt werden. Zudem können Kntrolluntersuchungen den Erfolg darstellen durch Wertevergleich.

Liegt ein Nierentumor vor, kann dieser auf den Ischiasnerv drücken und so zu Lähmungen eines Beines führen, welches schlaff und ohne Schmerzhaftigkeit hängt. Auch diese Vögel haben oftmals noch eine gute Zeit, sollte das Tier jedoch seinen tauben Fuss benagen und verletzen, sollte man über das Einschläfern nachdenken.

Nicht alle Nierenerkrankungen lassen sich vermeiden, Schäden kann man jedoch durch eine gesunde Ernährung und artgemäße Haltung vorbeugen.

Viel Gesundheit für Ihre Papageien, Ihre Martina Schmoock

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