Lebererkrankungen und Lebertumore – ein häufiges Problem

In meiner täglichen Arbeit in der Praxis habe ich mit allen möglichen verschiedenen Vogelarten zu tun. Alltäglich sind dabei leider Lebererkrankungen.

Erkrankungen der Leber bestehen oft schon länger und bleiben meist zunächst unentdeckt. Während einer Mauser, bei der die Leber eine wichtige Rolle spielt, kommen sie oft ans Tagenslicht. Der Vogelkörper muss dann eine hohe Leistung erbringen und dies geht manchmal zu Lasten der Entgiftung des Körpers durch die Leber. Die Vögel zeigen ein gestörtes bis schlechtes Allgemeinbefinden, langsamen bis massiven Gewichtsverlust, Leberschwellungen, welche man sogar fühlen kann, Befiederungsstörungen (Stockmauser), vermehrtes Schnabel- und Krallenwachstum, sowie Blutgerinnungsstörungen mit Einblutungen in Schnabel und Krallen sind die Folge.

Dia3 ProventrikulitisViele Vogelhalter erzählen, dass ihr Vogel, ihr Wellensittich viel mehr schläft, aufgeplustert ist und wenig frisst bzw. nur noch ausgewählte Nahrung wie Hirse, oder sie bemerken, dass der Oberschnabel ganz schnell wächst und zu lang wird und stark verfärbt ist.  Leberschnabel nennt man das. Die Einblutungen in das Schnabel- und Krallenhorn entstehen aufgrund von Blutgerinnungsstörungen aber auch durch das schnelle Wachsen des Hornes, welches dann qualitativ vermindert und brüchig ist.

Die meisten Tiere, die einen Leberschnabel entwickelt haben, bleiben regelmäßige Patienten, denen der Schnabel korrigiert werden muss, damit sie ausreichend Nahrung aufnehmen können.

Einige Vögel haben aber auch ein sogenanntes hepatisches Syndrom, eine besonders schwere Form der Lebererkrankung, welche ensteht wenn nicht mehr ausreichend Giftstoffe aus dem Blut herausgefiltert werden können.

Die Blutwerte, bzw die Leberenzyme sind dabei stark erhöht und auf angefertigten Röntgenbildern sieht man eien zum Tein massiv vergrößerte Leber. Bei einem Tier, bei dem ein Verdacht auf eine Erkrankung der Leber besteht, sollte in jedem Fall ein Röntgenbild angefertigt werden. Ein spezialisierter Tierarzt, der das täglich macht, röngt Ihren Vogel innerhalb weniger Sekunden und hält damit den Stress so kanpp wie möglich. Blutuntersuchungen sollten nur dann erfolgen, wenn der Vogel keine gravierenden Gerinnungsstörungen zeigt und in nicht einem zu schlechtem allgemeinen Gesundheitszustand ist.

Es kommt auch vor, dass der Harnanteil im Kot gelbfarbend erscheint, eine Bilirubinurie nennen wir Vogeltierärzte das. Ausschlaggebend dafür ist eine schwere Folge von Leberversagen, eine Bilirubinurie ist ein Zeichen einer Gelbsucht. Dann ist die Lebererkrankung sehr weit fortgeschritten und auf jeden Fall als Notfall zu betrachten.

Alle Erkrankungen der Leber können im schlimmsten Fall in einem sogenannten Hepato-encephalen Syndrom enden. Wenn sehr viele leberpflichtige Giftstoffe im Blut anfallen, dass diese auch im Gehirn nachzuweisen sind können diese zu schweren neurologischen Störungen führen. Diese Tiere zeigen Krämpfe der Krallen, des Kopfes, sie sitzen auf dem Boden und drehen sich meist in eine Richtung unkoordoniert im Kreis. Leider ist dann nur in seltenen Fällen eine Rettung des Vogels möglich und dies auch nur mit Intensivtherapie.DSC_0922

Lebertumore, also eine Krebserkrankung der Leber gehört mit zu den häufigsten Tumoren beim Wellensittich, aber auch andere Arten sind betroffen. Meist liegt ihnen eine längere Stoffwechselstörung zu Grunde. Wenn der Tierarzt die Diagnose Lebertumor stellt, ist dies nicht sofort ein Todesurteil. Die Leber ist ein unfassbar leistungsfähiges Organ, welches eine Menge kompensieren kann und kann auch mit hohem Verlust von Lebergewebe noch eine gute Entgiftungsleistung bringen. Trotzdem sollten Vögel mit einem Lebertumor immer gut versorgt und beobachtet werden, um Infektionen zu vermeiden und um Blutgerinnungsstörungen entgegen zu wirken.

Unabhängig davon, ob eine Stoffwechselstörung vorliegt oder Lebertumor – die Ernährung aller Vögel spielt eine große Rolle. Adipositas, also Fettleibigkeit und ungesunde menschliche Ernährung, welche meist zu fett und salzhaltig ist, wird nur schlecht dauerhaft vertragen und fördern schwere Erkrankungen. Ich rate Ihnen, auf eine  gesunde und vitaminreiche und ausgewogene Ernährung und viel Bewegung zu achten. Bei erkrankten Vögeln können  Mariendistelsamen unterstützend gegeben werden.

Alle Lebererkrankungen müssen immer vom Tierarzt behandelt werden. Hilfreich sind regelmäßige Infusionen, welche meistens in die Kniefalte des Tieres gespritzt werden und häufig täglich, oft aber auch nur alle ein paar Tage wiederholt werden.

Vitamine und Aminosäuren sollten in jedem Fall zusätzlich verabreicht werden. Regelmäßige Kontrollen, auch Röntgen- und Blutkontrollenrate ich dringend an, damit Sie noch lange viel Zeit mit  Ihrem gefiederten Freund verbringen können.Ihre Martina Schmoock

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