Megabakteriose, Going light der Wellensittiche, Macrorhabdiose

Die Megabakteriose wird auch „Going light der Wellensittiche“ genannt.

Sie wird durch Macrorhabdus ornithogaster,  einem Hefepilz, verursacht.

Deshalb ist der übliche Name der Vogelhalter „Megabakteriose“ im Grunde falsch. Lange Zeit wurde aber fälschlicherweise angenommen, dass es sich um ein Bakterium und nicht um einen Pilz handelt.

Das „Going light Syndrom“ kann aber auch andere Vogelarten befallen, nicht nur der Wellensittich ist betroffen. Auch Kanarienvögel, Nymphensittiche und Unzertrennliche sehe ich oft mit dieser Erkrankung in der Praxis.

Die klassischen Symptome dieser Erkrankung sind zunächst eine gesteigerte Futteraufnahme bei starkem Gewichtsverlust. Ein gesunder Wellensittich wiegt im Schnitt 35-45g. Ausreißer nach oben und unten gibt es natürlich. Erkrankte Vögel können auf unter 28g abmagern und dies ist dann kaum noch mit dem Leben vereinbar.

Weiterhin zeigen die Vögel Durchfall mit zum Teil unverdauten Körnern im Kot. Auch schleimiges Erbrechen sieht man häufig.

Dia3 ProventrikulitisBei fortgeschrittener Erkrankung zeigen die Tiere eine Lethargie und Schwäche, suchen Wärme und schlafen auffallend viel.

Manchen Vögeln ist schlicht und ergreifend übel. Sie wollen fressen, und wühlen oft stundenlang mit dem Schnabel im vollen Napf herum, ohne Körner aufzunehmen.

Unbehandelt kann die Erkrankung zum Tode führen. Und auch mit Behandlung rettet man nicht jedes Tier. Vielen kann aber sehr gut geholfen werden. Jedoch ist hier auch der Besitzer gefragt. Dem Vogel muss zweimal täglich, manchmal über mehrere Wochen, ein Medikament verabreicht werden. Dies ist sehr wichtig. Kann der Besitzer dies nicht leisten, muss es durch den Tierarzt geschehen, gegebenenfalls verbunden mit einer stationären Aufnahme. Bei extremen Fällen ist eine tägliche Infusionstherapie, sowie Zwangsfütterung mit speziellen Breien notwendig.

Heutzutage ist es so, dass man ausschließlich erkrankte Tiere, also solche mit Symptomen behandelt.

Vögel, welche den Pilz nur ausscheiden, aber vital sind, werden nicht behandelt.

Grundsätzlich ist es immer ratsam, dass man einen neu gekauften Vogel zunächst beim Tierarzt testen lässt, bevor man ihn zur eigenen Vogelgruppe setzt. Einen gesunden Bestand mit einem infizierten Tier zusammen zu bringen ist nicht ratsam.

Vogelkundige Tierärzte weisen Macrorhabdus über Kotproben nach. Sollte im frischen Kot kein Pilz nachgewiesen werden, jedoch ein Verdacht bestehen, sollte man die Untersuchung mehrfach wiederholen lassen.

Bild_3 M.o. PhasenkrontrastAls Besitzer sollte man auf eine möglichst zuckerfreie Ernährung achten und auf zum Beispiel honighaltige Knabberstangen verzichten.

Auch das Ansäuern des Trinkwasser ist möglich, wichtig ist, dass Sie hierbei darauf achten, dass der Vogel das Wasser dann überhaupt noch trinkt.

Leider wird bei dieser Krankheit oft die Diagnose „Kropfentzündung“ gestellt. Dies jedoch ist nur ein Symptom und kann viele Krankheitsursachen haben.

Bei falscher Therapie und ohne Diagnostik, beispielsweise mit eine Antibiose, kann die Problematik sogar noch stark verschlimmert werden.

Gerade blinde Therapien“ sind beim Vogel nicht anzuraten.

Sollten Sie den Verdacht haben, dass Ihr Vogel erkrankt ist, so nehmen sie immer frische Kotproben mit zu ihrem Tierarzt.

Wichtig ist, dass diese sandfrei sind. Man kann sie zum Beispiel gewinnen, in dem man einen Gefrierbeutel auf den sandfreien Käfigboden legt.

Für Fragen stehe ich gerne unter info@martinasvogelperspektive zur Verfügung. Diagnosen kann aber auch ich aus der Entfernung nicht stellen.

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