Was tun bei unerwünschter Eiablage und Legenot

Bei vielen Vogelarten kann es zu einer unerwünschten Eiablage kommen. In der Praxis sind besonders häufig Wellensittiche, Kanarienvögel und Nymphensittiche betroffen. Die meisten Vogelbesitzer wünschen keinen Nachwuchs. Zum einen weil nicht ausreichend Platz vorhanden ist, zum anderen weil die Trennung von den aufgezogenen Vogelkindern sehr schwer fallen würde.

Dennoch kommt es immer wieder zur Eiablage, manche Vogeldamen haben mehrere Gelege pro Jahr. Dies ist für den Vogelkörper sehr belastend und kostet das Tier unglaublich viel Kraft. Besonders deshalb, weil dem Körper so viel Kalzium entzogen wird, um die Eier zu beschalen. In häufigen Fällen kommt es letztendlich zur Legenot. Eine lebensbedrohliche Situation.

DSC_0937Werden mir diese Vögel in der Praxis vorgestellt, sind sie oft erschöpft, mager und haben einen geschwollenen Bauch. Im Röntgen fallen die stark entkalkten Knochen, sowie ein massiv geschwollener Legedarm auf. Bei einer Legenot, kann man schlecht beschalte Eier, Windeier oder übergroße Eier erkennen. Oftmals eine dramatische Situation.

Auch Weibchen, die keinen männlichen Partner haben legen Eier. Zum Teil gerade deshalb.

Unbefruchtete Eier werden ebenso bebrütet, wie befruchtete Eier. Erst nach einigen Wochen wird das Nest verlassen oder die Eier herausgeworfen.

Wie kann man nun ungewolltes Eierlegen verhindern, um so einer Legenot vorzubeugen?

Zunächst sollte man ein vernünftiges Lichtregime, also einen der Jahreszeit angepassten Tag-Nachtzyklus einführen. Das heißt, dass den Vögeln im Winter eine wesentlich kürzere Lichtphase zur Verfügung steht. Viele Vogelbesitzer arbeiten. Wenn man im Winter aus dem Haus geht, ist es noch dunkel, kommt man nach Hause ist es erneut dunkel. Hält man sich aber zu Hause auf, ist Licht an und der Fernseher läuft. So sind die Vögel insgesamt wesentlich längeren Lichtphasen ausgesetzt, als es von der Natur im Winter vorgesehen wäre.

Ich rate dazu, dass man Vögel in einem Raum hält, in dem sie abends Ihre Ruhe haben und keinen Fernseher, oder Licht bis nach Mitternacht ertragen müssen. Dieser sollte auch nicht übermäßig beheizt sein.

253Zudem macht es Sinn, den Tieren kein allzu reichhaltiges Angebot an Nahrung zur Verfügung zu stellen. Zum einen wisst Ihr durch den Artikel über Übergewicht, dass es für die Tiere gesundheitlich nicht gut ist, zum anderen signalisiert ein Überangebot an Nahrung ja auch, dass noch viel Platz für Nachwuchs ist. Auch dies kann massives Eierlegen begünstigen.

Die meisten Vögel, gerade aber Kanarienvögel, aber auch Wellensittiche und Nymphensittiche lieben Nistmaterial und höhlenförmige Behausungen. Kugelnester aus Korb, Nistkästen und geflochtene Sitzstangen sehen ohne Frage sehr attraktiv im Vogelzimmer und in der Voliere aus, sie sind aber oft der Grundstein, der dafür sorgt, dass die Vogelhenne in Brutstimmung kommt. Besser ist es, dies nicht anzubieten. Zudem kann alles fadenähnliche, wie Sisal, Baumwolle etc. zu einer Verstopfung im Kropf führen. Dazu aber ein anderes Mal mehr.

Wenn Ihr Vogel nun aber schon einmal beim Eierlegen ist und einen Platz gefunden hat, wo bereits 5 oder 6 Eier liegen, so sollten Sie diese in keinem Fall entfernen. Lassen Sie die Henne in Ruhe zu Ende legen und belassen Sie dem Tier das Gelege für mindestens 28 Tage. Falls Sie befürchten, dass die Eier befruchtet sind, kann man sie entweder gegen Kunsteiner (auf die richtige Größe achten) austauschen, oder die richtigen Eier kurz ins Gefrierfach legen, oder vorsichtig mit einer Nadel anpieksen.

Hat Ihr Weibchen bereits gelegt und es sind schon ein oder zwei recht schwach beschalte Eier heraus gekommen und es geht nicht weiter und Ihrem Tier scheint es gesundheitlich nicht gut zu gehen, so ist es wichtig, dem Tier einen Nistkasten anzubieten, wenn vorher keiner vorhanden war. Hier kann sich das Weibchen zurückziehen, um in Ruhe legen zu können. Zwischen zwei Eiern sollten nie mehr als 48 Stunden liegen. Wenn bis dahin kein weiteres Ei gekommen ist, suchen Sie umgehend einen Tierarzt auf.

Dieser wird vielleicht mit einer Kalziuminfusion, oder Kalziumgaben über das Trinkwasser helfen können. Im ungünstigsten Fall, muss die Legenot chirurgisch beseitigt werden. Diese Operation sollten nur sehr erfahrene Tierärzte durchführen, da es ein nicht ganz unkomplizierter Eingriff ist.

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